Was sind Kennzahlen?
Kennzahlen werden innerhalb der Betriebswirtschaft zur Beurteilung von Unternehmen eingesetzt. Sie besitzen eine große Aussagekraft was die Lage und Entwicklung eines Unternehmens angeht. Neben der Hilfestellung im „täglichen Geschäft“ sollen Kennzahlen auch frühzeitig Anzeichen krisenhafter Entwicklung signalisieren.
Woher stammen die Zahlen?
Betriebswirtschaftliche Kennzahlen und Kennzahlensysteme bauen auf Daten des betrieblichen Rechnungswesens auf (Daten der Finanz- und Betriebsbuchhaltung, des Jahresabschlusses, der Kostenrechnung, der betriebswirtschaftlichen Statistik und der Unternehmensplanung).
Die absoluten Zahlen
werden unterteilt in Bestandsgrößen und Bewegungsgrößen. Bestandsgrößen beziehen sich auf einen bestimmten Stichtag (Zeitpunktzahlen), Bewegungsgrößen beziehen sich auf einen bestimmten Zeitraum (Zeitraumzahlen).
Verhältniszahlen
Gliederungszahlen: messen den Anteil einer Teilmenge (-größe) an einer Gesamtmenge (- größe). Beispiele dafür sind die Lohnkosten in Prozent der Gesamtkosten, der Umsatz eines Produkts in Prozent des Gesamtumsatzes, der Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen.
Beziehungszahlen: setzen verschiedenartige Größen, zwischen denen ein kausaler Zusammenhang besteht oder vermutet wird, zueinander in Beziehung. Beispiele dafür sind: Gewinn: Umsatz, Gewinn:Eigenkapital, Fremdkapital:Eigenkapital.
Indexzahlen: (Veränderungszahlen) messen das Verhältnis gleichartiger Größen zueinander. Der wichtigste Anwendungsfall sind die zeitlichen Indexzahlen, bei denen eine Größe eines bestimmten Zeitpunktes (Basiszeitraumes) gleich 100 gesetzt wird und die Größen anderer Zeitpunkte bzw. Zeiträume in Prozent der Basisgröße angegeben werden. Indexzahlen messen nur relative Veränderungen, sie lassen keinen Rückschluss auf das Niveau zu, das den Ausgangspunkt bildet. Beispiele dafür sind: Jahresgewinn 1995 in Prozent des Jahres 1990, Kosten 1995 in Prozent des Jahres 1994.
Nach ihrem Ursprungsort lassen sich die Kennzahlen in innerbetriebliche Kennzahlen (z.B. Bilanz-, Erfolgs- und Kostenrechnungskennzahlen) und außerbetriebliche Kennzahlen (Branchen- und Verbandskennzahlen) gliedern.
Arten von Kennzahlenanalysen
Kennzahlen können auf vergangenen oder zukunftsbezogenen Daten aufbauen. Aus dieser Sicht werden zwei Arten von Kennzahlenanalysen unterschieden
Die Ex-post-Analyse
Verfolgt das Ziel, die vergangene oder gegenwärtige Entwicklung bestimmter Daten aus dem unternehmerischen Bereich zu analysieren und zu interpretieren.
Die Ex-ante-Analyse
Ist zukunftsorientiert und verfolgt das Ziel, die Unternehmensentwicklung in der Zukunft aufzuzeigen. Dabei kann die Ermittlung der in der Zukunft erwarteten betrieblichen Daten entweder aufgrund von Vergangenheitswerten oder Gegenwartswerten oder aber aufgrund originärer zukunftsorientierter Informationen durchgeführt werden.
Anwendungsgebiete der Kennzahlenanalyse
Einzelne Kennzahlen haben eine beschränkte Aussagekraft. Erst Vergleiche mit gleichartigen Kennzahlen früherer Perioden oder anderer Betriebe sowie Vergleiche mit anderen Kennzahlen derselben Periode führen zu sinnvollen Ergebnissen.
Zeitvergleiche
Verglichen werden gleiche Kennzahlen aus verschiedenen Zeitpunkten bzw. Zeiträumen. Dieser Vergleich dient zur Beurteilung der inneren Entwicklung. Kennzahlen zeigen Trendentwicklungen, Auswirkungen von Maßnahmen und Strukturveränderungen.
Soll-Ist-Vergleiche
Verglichen wird eine Soll-Kennzahl mit einer Ist-Kennzahl eines Zeitpunktes (eines Zeitraumes). Dieser Vergleich gibt Auskunft über den Grad der Zielerreichung, da die Zielsetzung mit dem tatsächlichen Ergebnis ex post verglichen wird. Teilbereichsvergleiche eines Unternehmens: Verglichen werden Kennziffern verschiedener Teilbereiche derselben Periode. Damit bietet sich für die Unternehmensleitung die Möglichkeit der Beurteilung der einzelnen Teilbereiche. Eine Voraussetzung dafür ist ein einheitliches Berechnungsverfahren in den einzelnen Teilbereichen
Vergleich der Kennziffern verschiedener Betriebe
Verglichen werden Kennzahlen anderer Betriebe (Marktführer, Branchendurchschnitt) mit den eigenen. Dieser Vergleich dient zur Positionsbestimmung. Zu beachten ist, dass die Kennzahlen auf gleiche Weise ermittelt wurden.